Kleine Tiere ganz groß
Am 20. Juli 2008 wurde im Rahmen des Sommerfestes im Naturschutzhaus Boberg Julia Stoess von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen" ausgezeichnet. Die Initiative wird getragen von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler.
Seit Juli 2008 sind sie jetzt im Boberger Naturschutzhaus zu bewundern: acht heimische, stark vergrößerte Insekten der Hamburger Insektenmodellbauerin Julia Stoess. Für ihre Arbeit hat sie allein in den letzten zwölf Monaten drei Preise bekommen, den letzten von der Initiative "Deutschland – Land der Ideen". Insekten faszinierten Julia Stoess schon als Mädchen, sie war ein "Draußen- Kind", immer im Wald, auf den Wiesen und Weiden. Dass man Insekten nicht beachtet, nur weil sie so klein sind, gehe einfach nicht, denn jedes einzelne Tier sei wunderschön. Ein Modell herzustellen kann langwierig sein, z. B. beim Versuch, ein Haar in ein 0,3 Millimeter kleines Loch einzusetzen; weniger geduldige Menschen bekommen allein bei der Vorstellung dieser Arbeit Schweiß auf der Stirn. Das dauert doch Wochen, oder? Ja. Das dauert Wochen. Die Maikäfer-Härchen stammen übrigens von einem Elch-Popo. Sie lächelt, als sie das erzählt, weil sie nach langer Suche genau die Haare gefunden hatte, die so aussehen wie zehnfach vergrößerte Maikäfer-Härchen.
Ihr Maikäfer ist im Stiftungskalender 2009 im Monat Mai zu bewundern.
Die Insektenmodelle von Julia Stoess stehen in 16 Museen in vier europäischen Ländern, aber noch nie gab es eine Ausstellung, die eine Auswahl ihrer Arbeiten derart in den Mittelpunkt stellt wie die Schau in Boberg. Davon waren offenbar auch zahlreiche Besucher angetan, die dem Naturschutzhaus in Hamburg-Bergedorf "einen Besucherrekord nach dem anderen bescherten", so Karen Elvers, die Leiterin des Hauses. Umso mehr freut sie sich, dass die Ausstellung, die eigentlich im November 2008 hätte abgebaut werden sollen, jetzt bis zum 30. Juni 2009 verlängert wurde.
Boberger Insektenausstellung"So haben noch viel mehr Menschen die Chance, Insekten so zu erleben, wie sie sie noch nie sehen konnten."
Der Feld-Sandlaufkäfer ist eine Charakterart der Boberger Sanddünen. Die pfeilschnell umherfliegenden Tiere sind erst im Modell von Julia Stoess angemessen zu bewundern.
Und tatsächlich: Ob sie einem Laufkäfer in die marmorierten Augen schauen oder das Fell des Maikäfers bewundern – hier kann man entdecken,wie farbenprächtig und formenreichunsere Insekten sind. Informationen über Anpassungen und Lebensweise der gefährdeten Schönheiten ergänzen die Ausstellung.
Diese Ausstellung wurde gefördert durch BINGO! Die Umweltlotterie.
Das in Auszügen wiedergegebene Gespräch mit Julia Stoess führte Ulrike Bauer, es erschien in der Welt am Sonntag.
Auch die Schönheit einer Zikade wird erst im Modell sichtbar.
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© Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt
Wartung und Pflege HM * Letzte Änderung am 02.12.2008