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Der Dünenweg

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Länge: 3,6 km     Dauer: ca. 1,5 h


Der Dünenweg verläuft vom Naturschutz-lnformationshaus über die große Sanddüne und durch einige Heideflächen zurück zur Straße Boberger Furt.


Die Entstehung der Sanddünen

Nach der letzten Eiszeit wurden von den Schmelzwassern im Elbe-Urstromtal große Mengen Sand abgelagert. Starke Winde wehten in der Folgezeit den Sand am Fuße der Geestkante zu mächtigen Dünen auf. Diesen "Rohstoff" ließ der Mensch jedoch nicht ungenutzt. Der größte Teil der Sandmassen wurde im Laufe der letzten 150 Jahre abgegraben. Er diente unter anderem der Aufschüttung von Bereichen der Stadtteile Hammerbrook und Billbrook sowie Eisenbahnanlagen zwischen Hamburg und Bergedorf. Der heute noch erhaltene letzte Rest der ehemals ausgedehnten Dünenlandschaft ist von Geesthacht bis zur Haseldorfer Marsch - abgesehen von kleinen Flächen in Rissen und in Borghorst - der einzige im ganzen Hamburger Stadtgebiet.



Der Rundweg

Ameisenjungfer Die Wanderung beginnt am Naturschutz-lnformationshaus an der Boberger Furt. Zunächst gehen Sie ein Stück den Feldweg entlang der nach Westen auf das allein liegende Gehöft den Schlapshof zuläuft. Am Ende der Gärten biegen Sie nach rechts und folgen der Wegführung bis zur großen Düne.
Gleich links hinter der flachen Abzäunung kann man die kleinen, bläulichgrünen Büschel des Silbergrases erkennen. Es ist die charakteristische Pflanzenart des Übergangsbereiches zwischen losem Sand und den festeren Trockenrasenbereichen. Mit etwas Glück entdeckt man die eierbechertiefen Sandtrichter der Ameisenlöwen. Diese Tierchen sind die Larven der Ameisenjungfer und lauern im Sand am Grunde der selbstgebauten Trichter mit ihren langen Saugzangen auf hineinrutschende Ameisen.
Der Weg verläuft am südlichen Dünenrand entlang und Sie kommen an der höchsten Kuppe der Düne vorbei. Der von der Nordseeküste bekannte Strandhafer mit seinem ausgedehnten Wurzelwerk wurde bereits im 18.Jahrhundert angepflanzt, um den Sand dieser Wanderdüne festzulegen. Im weiteren Verlauf des Weges fällt die feste, dunkelbraune Bodenstruktur auf. Sie lässt darauf schließen, dass hier früher eine Pflanzendecke, wahrscheinlich Heide, bestanden hat. Diese Flächen wurden dann allerdings vom Sand der Wanderdüne überweht.

Grabwespe Dort, wo die Wegebegrenzungen wieder näher zusammenrücken liegen einige der ökologisch besonders wertvollen Dünen-Abbruchkanten. Hier kann man gut de verschiedenen Bodenschichten erkennen. Bei genauen Hinsehen entdeckt man die kleinen Erdlöcher der einzeln (solitär) lebenden Sandbienen und Grabwespen. Die Brutröhren dieser größtenteils recht seltenen Insektenarten sind sehr empfindlich gegen Vertritt und ähnliche Beeinträchtigungen.
Sie verlassen nun den Bereich der großen Düne, folgen dem Asphaltweg ein Stück nach links, wenden sich in der nächsten Kurve nach schräg rechts und betreten einen breiten Pfad. Während sich rechterhand die Dünen- und Heideausläufer des Naturschutzgebietes erstrecken, liegen nun linkerhand große Flächen, die 1998/1999 als Ausgleich für den Bahnstreckenausbau Hamburg-Berlin renaturiert wurden. Im Zuge dieser Maßnahmen wurden hier ehemalige Ackerflächen in extensiv genutztes Grünland mit eingestreuten Teichen und Gräben sowie in Brachenflächen und in eine Streuobstwiese umgewandelt.
Der Weg führt dann, nach einer Links- und einer Rechtskurve, an einer Fläche vorbei, die ehemals dicht mit Kiefern aufgeforstet worden war, deren Bäume aber Ende der 90er Jahre vollständig entfernt wurden. Hierdurch konnte ein typisches Landschaftselement der Boberger Niederung die ökologisch bedeutsamen offenen Magerflächen - wieder hergestellt werden.
An einer Stelle mit losem Sand gabelt sich der Weg. Sie halten sich leicht rechts und gehen am nördlichen Ufer des "Haarteiches" entlang. Dieses ehemals sehr nährstoffarme Gewässer im Dünensand beherbergte seltene Libellen- und Amphibienarten. Aufgrund der jahrelangen Nutzung als Pferde- und Hundebadestelle, sowie durch vermehrten Laubeintrag hat sich die Qualität des klaren, nährstoffarmen Wassers jedoch zusehends verschlechtert. Nur durch die Einhaltung eines absoluten Nutzungs- und Betretungsverbotes sowie durch entsprechende Auflichtungsmaßnahmen in den Uferbereichen, ist es möglich die Wasserqualität wieder zu verbessern.
Glockenheide Der Weg führt auf einen Asphaltweg, dem Sie nach rechte folgen. An der Kreuzung biegen Sie rechts auf den Walter-Hammer-Weg ab. Beiderseits des Weges erstrecken sich weite, offene Trockenrasenflächen Sie zeichnen sich besonders durch ihren Reichtum an seltenen Blumen und durch ihre Insektenvielfalt aus.
Die Trockenrasenflächen werden schließlich auf der linken Wegseite durch Wald und auf der rechten Seite durch Heide abgelöst. Nach ca. 100 m biegen Sie an einer Bank rechts des Weges in einen Pfad. Er führt durch einen schmalen Streifen mit niedrigen Sträuchern, den Kriechweiden. Diese kommen eigentlich eher in den nördlichen Tundren vor und sind in der Boberger Niederung ein Relikt der letzten Eiszeit. Aufgrund ihrer Anpassung an die nährstoffarmen Bodenverhältnisse können sie sich jedoch gegenüber hochwüchsigen Konkurrenzarten relativ gut behaupten.
Der Pfad führt schräg durch die große Heidefläche weiter. Würden hier nicht immer wieder in mühevoller Handarbeit die aufkommenden Birken entfernt und manchmal auch mit Maschineneinsatz die überalterte Heide abgeschlägelt werden, so würden diese Flächen innerhalb weniger Jahrzehnte zu einem dichten Wald durchwachsen. Doch gerade Heideflächen mit ihren bis zu 300 allein an das Heidekraut angepassten Insektenarten sind ökologisch von hoher Bedeutung. Gut können hier auch die Unterschiede der Glocken- und der Besenheide erkannt werden. Die Glockenheide hat graugrüne Blätter, blüht in glockigen Köpfchen und bevorzugt etwas feuchtere Standorte. Besenheide Die Besenheide mit ihren braunen Zweigen und tiefgrünen Blättchen sowie den langrispigen Blütenständen steht dagegen eher an den trockneren Stellen. So können zum Teil wenige Zentimeter Unterschied in der Geländehöhe und damit leichte Unterschiede in der Bodenfeuchte an der Verteilung der beiden Heidearten abgelesen werden.
Der Pfad erreicht nun einen lichten Birken-Zitterpappelwald und schlängelt sich an diesem entlang Richtung Osten. Dabei bieten sich an einigen Stellen schöne Ausblicke in einzelne Dünentäler oder über kleinere Heideflächen. Bevor er wieder auf den Asphaltweg m Bereich der großen Düne trifft, durchquert der Pfad eine Renaturierungsfläche. Auch hier wurden Ende der 90er Jahre die meisten der in den 60er Jahre aufgeforsteten Kiefern entfernt, um wieder ökologisch wertvolle Magerflächen zu erhalten. Erste Beobachtungen von Vogelarten wie Heidelerche und Steinschmätzer bestätigen den Erfolg dieser umfangreichen Maßnahmen.
Steinschmätzer-Männchen Auf dem Asphaltweg angekommen, biegen Se links ab und gehen weiter bis zum Walter-Hammer-Weg. Hier halten Sie sich rechts und biegen nach wenigen Metern auf den Weg, der zwischen Dünenfuß und Walter-Hammer-Weg durch kleine Heideflächen in Richtung Boberger Furt führt. An mehreren Stellen kann man am Dünenhang tief eingesandete Bäume sehen, die in beeindruckender Weise die Wanderbewegung der Düne bei den vorherrschenden Südwest-Winden dokumentieren.
Schließlich erreichen Sie, nachdem Sie ein kleines Stück schräg links durch den Wald gegangen sind, die Straße Boberger Furt. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich ein Parkplatz. Sie müssen die Boberger Furt hier überqueren und dem Fußweg nach rechts entlang der Strasse folgen. Nach abermaliger Strassenquerung in ca. 150m Entfernung gelangen Sie dann wieder zum Ausgangspunkt Ihrer Wanderung, dem Naturschutz-lnformationshaus.

 

Dünenweg

Dünenwegkarte

 

 

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Die Texte, Karten und Fotos dieser Intenetseite sind aus den Faltblättern "Natur-Infowege im Naturschutzgebiet Boberger Niederung" übernommen, herausgegeben von :
NATURSCHUTZVERBAND GÖP - Gesellschaft für ökologische Planung e.V.
im Naturschutz-Informationshaus Boberger Niederung
Boberger Furt 50,
21033 Hamburg
Tel.: 739 31 267

Text/Grafik/Layout   Torben Piel
Titelbild   Werner Schultz
Fotos    Adolf Albers, Frank Hecker und Michael Bosch


 

Die im Infohaus erhältlichen Faltblätter sind gefördert von der HEW-Umweltstiftung

 

 


© Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt
Wartung und Pflege HM  *  Letzte Änderung am 07.04.2006