Der Terrassenweg
Länge: 3,3 km Dauer: ca. 1,5 h
Der Terrassenweg verläuft durch den östlichen Teil der Boberger Niederung und streift dabei die unterschiedlichsten Lebensräume wie z.B. Orchideenterrassen, Hangwälder und Trockenrasen.
Die Entstehung der Terrassen
Vor rund 150 Jahren begann man die tonhaltigen Böden am Geesthang des Elbe-Urstromtales abzubauen. Noch bis etwa 1925
wurden so Ziegel hergestellt und die Terrassen im Bereich des Boberger Unfallkrankenhauses bis zu 50 m in den Hang gegraben.
Durch die freigelegten Schichten und den angefallenen Abraum entstand ein Mosaik unterschiedlichster Böden.
Besondere Standortbedingungen ergeben sich durch die sonnenreiche Südhanglage im Zusammenhang mit den wasserstauenden
Tonschichten. Das Vorhandensein von Wärme, Licht und Feuchtigkeit bietet zum Beispiel verschiedenen Orchideenarten gute
Wachstumsvoraussetzungen.
Der Rundweg
Der Terrassenweg beginnt an der Ladenbek neben der Tennishalle und führt zunächst am Bach hinauf. Nachdem Sie den geraden,
betoneingefassten Unterlauf passiert haben, fäll. die "Natürlichkeit" des 1987 renaturierten, sich in vielen Kurven und
Schleifen schlängelnden Oberlaufes auf. Im unteren Bereich ist das Bachbett meist ausgetrocknet, da da; nur spärlich
fließende Wasser der Ladenbek in der Regel vollständig im sandigen Boden der benachbarten Trockenrasen versickert. Nur nach
stärkeren Regenfällen Iießt Wasser bis zur Mündung in die Bille ab.
Nachdem Sie die Ladenbek auf einer Brücke überquert haben, trefen Sie bald auf den Walter-Hammer-Weg. Hier biegen Sie
links ab und kommen nach einigen hundert Metern zu Rodelbahn.
Dieser Hangbereich wird vor allem durch die winterliche Nutzung von Verbuschung freigehalten und bietet so besonders im
unteren Bereich sehr gute Lebensbedingungen für eine Vielzahl von Orchideen und anderen seltenen Pflanzen.
Sie folgen dem Walter-Hammer-Weg über eine weitere Brücke und können kurz danach, an der Bank zur Linken, einen Blick den
offenen Hang hinunter werfen. Hier wurde Mitte der 90er Jahre begonnen, durch Entfernen einiger großer, standortfremder
Hybrid-Pappeln, die Besonnung des Hanges zu verbessern.
Bei genauem Hinsehen sind am Boden im Hangbereich die winzigen Eingangslöcher der Brutröhren verschiedener Grab- und
Wegwespenarten zu erkennen. Auch die seltene Golddistel wächst an diesem warmen Trockenstandort.
Der Walter-Hammer-Weg führt Sie geradeaus weiter, bis Sie schließlich unter einer Brücke hindurch kommen, die das
Krankenhausgelände mit einem Erholungsteich verbindet. Nachdem dann der Zaun rechter Hand abknickt, biegen auch Sie an der
nächsten Kreuzung rechts ab und steigen die Treppen den Geesthang hinauf.
Hier kann man gut die Terrassen aus der Zeit des Tonabbaues erkennen, auf denen unter anderem verschiedene Orchideenarten wie
z.B. die Sumpf-Stendelwurz und das Breitblättrige Knabenkraut wachsen. Die Wiesen werden jährlich gemäht, um eine Verbuschung
zu verhindern, die den Orchideen das Licht nehmen würde.
Oben auf dem Geesthang angekommen erstreckt sich linkerhand die Trockenrasenfläche Groten Heesen. Hier kommt noch eine seltene
Heuschreckenart, der Warzenbeißer, vor.
Sie biegen scharf links ab und begeben sich zum Aussichtspunkt, der Ihnen einen weiten Blick über die Marsch bis zu den Hügeln
am südlichen Rand des Elbe-Urstromtales bietet. Am Hang wird hier durch Entnahme einzelner Bäume nicht nur die Aussicht
freigehalten, sondern es werden auch besonnte Hangbereiche geschaffen, die vor allem als Lebensraum für die Insektenwelt eine
große Bedeutung haben.
Wenn Sie dem Weg Richtung Nordwesten folgen, kommen Sie an eine langgestreckte Wegkreuzung an der Sie links abbiegen und den
Hang wieder hinab gehen.
Auf Höhe der Treppen entspringt rechts eine Hangschichtquelle, die jedoch wegen der Bodenversiegelung durch die höhergelegene
Bebauung nur noch selten Wasser führt. Hangschichtquellen entstehen, wenn Regenwasser, das auf Hochflächen versickert, in der
Tiefe auf schräg laufende, wasserundurchlässige Bodenschichten trifft und schließlich an einem Hang, der diese Bodenschichten
anschneidet, wieder zu Tage tritt.
Am Ende der Treppen stoßen Sie auf den VValter-Hammer-Weg, gehen aber noch weiter hinunter bi zum unteren Querweg. Hier
biegen Sie links ab und können beiderseits des Weges im Sommerhalbjahr blüten- und insektenreiche Trocken- und Magerrasen
bewundern. Diese wertvollen Offenbiotope müssen in einiger Bereichen immer wieder mit mühevoller Handarbeit von aufkommender
Verbuschung durch Zitterpappeln und Birken freigehalten werden.
Dort, wo der Wald wieder an den Weg heranrückt, kann man in dem dichten Schlehengebüsch zur Rechten mit etwas Glück die
Nachtigall singen hören. Ar der nächsten Kreuzung bietet sich ein kurzer Abstecher hinunter zur Billebrücke an, ansonsten
gehen Sie weiter geradeaus und entdecken nach etwa 200 m auf der rechten Seite im Waldstück dichte Bestände des seltenen,
dunkelgrünen und unverzweigten Winterschachtehalmes.
Geradeaus, über zwei Weggabelungen hinweg, eröffnen sich die weiten Trocken- und Magerrasenflächen im Bereich Moosberg. Hier
wurden in den 90er Jahren auf größeren Flächen dichter Zitterpappelaufwuchs sowie unnatürliche Kiefern- und Ahornaufforstungen
entfernt. Dadurch konnten sich ökologisch wertvolle Trockenrasenflächen wieder ausdehnen. Im Sommer findet man hier die
seltenen, lilablühenden Karthäusernelken und die kleinen, blauen Bergsandglöckchen. Für die Insektenwelt, besonders die
Schmetterlinge, Heuschrecken und Libellen, sind diese blütenreichen, offenen Flächen ein wichtiger Lebensraum.
Der Weg führt dann durch dichter verbuschte Bereiche zu einer Gabelung, an der Sie sich links halten. Schließlich öffnen sich
wieder Trockenrasenflächen und Sie gelangen über eine Ladenbekbrücke zu Ihrem Ausgangspunkt zurück.
Die Texte, Karten und Fotos dieser Intenetseite sind aus den Faltblättern "Natur-Infowege im Naturschutzgebiet
Boberger Niederung" übernommen, herausgegeben von :
NATURSCHUTZVERBAND GÖP - Gesellschaft für ökologische Planung e.V.
im Naturschutz-Informationshaus Boberger Niederung
Boberger Furt 50,
21033 Hamburg
Tel.: 739 31 267
Text/Grafik/Layout Torben Piel
Titelbild Werner Schultz
Fotos Adolf Albers, Frank Hecker und Michael Bosch
Die im Infohaus erhältlichen Faltblätter sind gefördert von der HEW-Umweltstiftung
© Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt
Wartung und Pflege HM * Letzte Änderung am 07.04.2006
