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Der Wiesenweg

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Länge: 4,6 km     Dauer: ca. 2 h


Der Wiesenweg beginnt an der Billwerder Kirchenbrücke und führt durch die flache Marschlandschaft an verschiedenen Gewässertypen vorbei.


Die Entstehung der Marschlandschaft

Nach Ende der letzten Eiszeit lagerten sich immer mehr von Schmelzwassern mitgeführte Sedimente im Elbe-Uromtal ab. Auch der Meeresspiegel stieg vor etwa 6000 ihren deutlich an. Durch diese beiden Gegebenheiten wurde das Elbgefälle immer flacher. So konnte die Nordseetide in der Folgezeit weit in das Elbtal ein- und ausschwingen und ausgedehnte Flächen flach aufschlicken. Um 1200 begann der Mensch die bis dahin von Schilfsümpfen und Auwalddickichten geprägte Marsch durch Ausheben von Entwässerungsgräben und den Bau in Deichen urbar zu machen. Der äußerst nährstoffreiche, ausgiebig mit Wasser versorgte und daher gut für die Landwirtschaft geeignete Boden lohnte diese immensen Anstrengungen.



Der Rundweg

Pfeilkraut Von der Billwerder Kirchenbrücke aus biegen Sie rechts in den Wanderweg entlang des östlichen Billeufers ein.
Im Uferbereich wachsen typische Gewässerpflanzen wie die Gelbe Schwertlilie, der Froschlöffel oder das Pfeilkraut. Die Weiden zur Linken sind nur extensiv bewirtschaftet und durch den hohen Grundwasserstand haben sich in einigen Senken kleine Tümpel gebildet. Diese sind wichtige Lebensräume für Amphibien- und Libellenlarven. In einiger Entfernung läuft durch das Grünland der mittlerweile vorwiegend von Weißdornbüschen bestandene Sommerdeich. Dieser flache Erdwall diente in Zeiten als die Bille noch freie Verbindung zur Elbe hatte und dem Tideeinfluss ausgesetzt war, dem Schutz der dahinter liegenden Wiesen und Äcker vor den relativ niedrigen Sommerhochwassern. Bei starken Hochwassern durch die Winterstürme wurde der niedrige Deich überspült. Dadurch konnten jedoch keine größeren Schäden verursacht werden, denn das Vieh war im Winter im Stall und auch die Ernte war längst eingebracht.
Dort wo das offene Grünland von einem dichtem Erlen- und Weidenbruchwald abgelöst wird, queren Sie die Bille. Diese gehört hier in ihrer vollen Breite zum Naturschutzgebiet. Mit etwas Glück kann man von der Brücke aus Fische wie Brassen, Rotaugen oder auch Karpfen im Wasser beobachten. Und wer ganz genau hinschaut entdeckt eventuell auch einen Hecht, der im Dickicht der Unterwasserpflanzen auf Beute lauert. Damit sich der Flusslebensraum so natürlich wie möglich entwickeln kann, ist das Angeln in der Bille im Bereich des Naturschutzgebietes gänzlich verboten.
Der Weg führt nun weiter am südwestlichen Billeufer entlang und bei einem Parkplatz vom Billwerder Billdeich vorbei. Am gegenüberliegenden Ufer erstreckt sich bis zur nächsten Brücke ein undurchdringlicher Sumpfwald. Er bietet vielen Vögeln vom Zaunkönig bis zum Habicht -einen idealen Lebensraum.
Sie überqueren die Bille abermals und können außer den breiten Schwimmblättern der gelbblühenden Teich- und der weißblühenden Seerosen im Sommerhalbjahr auch die spitzgezackten Blattrosetten der seltenen Krebsschere entdecken. Diese Schwimmpflanze sinkt im Winter mit ihren abgestorbenen Blättern auf den Gewässergrund ab und steigt im Frühjahr durch Gaseinlagerungen in den jungen Blättern wieder an die Oberfläche.
Der Weg folgt der Bille, nun wieder durch offenes Marschland, und verläßt nach etwa 200 m das Naturschutzgebiet. Kurz vor der nächsten Brücke, welche nach rechts die Verbindung zum Mittleren Landweg bietet,. nehmen Sie die Abzweigung nach links. Sie lassen die Bille hinter sich und gehen parallel zum Reitweg bis zum asphaltierten Feldweg. Hier biegen Sie links ein. Folgen Sie dem Weg bis die Asphaltdecke endet. Dort biegen Sie rechts in den Wanderweg ein, der jetzt wieder zum Naturschutzgebiet gehört.
Neuntöter Rechter Hand bieten die mit Dornensträuchern umstandenen Wiesen dem Neuntöter einen ausgezeichneten Lebensraum. Gut zu beobachten ist dieser seltene Vogel, wenn er von der Spitze eines Busches oder von einem Zaunpfahl aus nach Beute Ausschau hält.
Der Weg schlängelt sich entlang verschiedener Sträucher und kleinerer Bäume bis er am nächsten Quergraben nach links abbiegt und an dem Graben entlang durch offenes Grünland zum Wald hin verläuft.
Dort treffen Sie erneut auf einen Asphaltweg und folgen ihm nach links. Linker Hand ist bald eine mit einzelnen Büschen und Bäumen bestandene Lichtung zu sehen, der sogenannte Hundsberg. Hier stand Ende des 19. Jahrhunderts eine Ziegelei und die Ziegelreste liegen noch heute auf flachen Halden im umgebenden Wald.
Mittlerweile ist das Gelände Hundsberg durch viele Dornenbüsche sowie durch seine geschützte Lage ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Singvögel geworden. Aufgrund der besonderen Bodenverhältnisse und des lichten, warmen Standortes kommen hier auch einige seltene Pflanzen wie die Nickende Distel oder die Hundszunge vor.
Nickende Distel Ein Stück weiter befindet sich links ein Sammelbecken mit einer Pumpstation. Sie befördert das überschüssige Wasser aus der Boberger Niederung in die knapp 50 cm höher liegende Bille.
Nach einigen Metern entlang des Asphaltweges lassen Sie den feuchten Weidenbruchwald hinter sich und haben wieder einen freien Blick über weite Feuchtwiesen.
Hier kann man mit Glück ein Braunkehlchen auf einem der Zaunpfähle sitzen sehen oder einen Kiebitz bei seinen akrobatischen Flugmanövern beobachten.
Braunkehlchen Der Weg biegt schließlich nach rechts ab und führt dann direkt auf das südliche Ufer des Boberger Baggersees zu. Dieses Gewässer ist 1960 durch Sand- und Kiesentnahme für den Bau der Autobahn A1 Hamburg - Lübeck entstanden und erfreut sich als Badegewässer großer Beliebtheit.
Aber natürlich stellt dieser See auch für Wasservögel wie z.B. den Haubentaucher, der hier brütet, und diverse Entenarten zur Zugzeit im Winterhalbjahr, einen wichtigen Lebensraum dar. Aufgrund der guten Wasserqualität ist der Baggersee das artenreichste Gewässer in der Boberger Niederung. Er weist eine vielfältige Unterwasserpflanzenwelt mit Tausendblatt, Hornblatt und Wasserhahnenfuß auf. Ebenso leben in ihm viele kleine Wassertiere wie Libellenlarven, Schwimmkäfer oder Wasserläufer.
Sie folgen nun dem Asphaltweg links am See entlang. Für eine kurze Strecke verläßt der Weg das Seeufer, da der vorgelagerte Feuchtwaldbereich als Vogelschutzzone nicht betreten werden soll. Im Bereich der nächsten Linkskurve trifft der Weg dann wieder auf das Seeufer und führt nun an einer langgestreckten Bucht entlang, die oft von Wasservögeln als Rückzugsraum genutzt wird.
Am Ende des Sees treffen Sie auf eine Wegkreuzung. Halten Sie sich scharf links und gehen Sie an Gehölzrand entlang bis Sie schließlich auf den Sommerdeich gelangen. Der Weg führt auf dem Deich entlang und schlängelt sich an verschiedenen, teilweise seltenen Arten von Weißdornsträuchern vorbei. Auch die Zaunrübe, ein rankende Heckenpflanze kommt hier vor.
Bekassine Im Frühjahr kann man mit etwas Glück über den Wiese zur Rechten den Balzflug der Bekassine beobachten. Dieser Schnepfenvogel verdankt seinen Beinamen "Himmelziege" den meckernden Tönen, die die gespreizte Schwanzfedern beim Sturzflug erzeugen. Auch der knarrende Ruf des Wachtelkönigs ertönt im Frühsommer hin und wieder aus den extensiv bewirtschafteten Wiesen.
Mit einem Blick von der Billwerder Kirchenbrücke endet schließlich der Rundweg durch die Gewässer- und Wiesenlandschaft der Boberger Niederung.

 

Wiesenweg

Moorwegkarte

 

 

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Die Texte, Karten und Fotos dieser Intenetseite sind aus den Faltblättern "Natur-Infowege im Naturschutzgebiet Boberger Niederung" übernommen, herausgegeben von :
NATURSCHUTZVERBAND GÖP - Gesellschaft für ökologische Planung e.V.
im Naturschutz-Informationshaus Boberger Niederung
Boberger Furt 50,
21033 Hamburg
Tel.: 739 31 267

Text/Grafik/Layout   Torben Piel
Titelbild   Werner Schultz
Fotos    Adolf Albers, Frank Hecker und Michael Bosch


 

Die im Infohaus erhältlichen Faltblätter sind gefördert von der HEW-Umweltstiftung

 

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Wartung und Pflege HM  *  Letzte Änderung am 07.04.2006